Darum kann Zimt für Hunde giftig sein

Zimt ist in der jüngeren Vergangenheit ein wenig in Verruf geraten. Das beliebte Gewürz für Weihnachtsplätzchen soll plötzlich einen Giftstoff (Cumarin) enthalten, der sogar tödlich sein kann. Gehören Zimtsterne jetzt unter Verschluss, damit weder Kinder noch Hunde sie unbemerkt verspeisen können und ist Zimt wirklich gefährlich für Hunde?

Dürfen Hunde Zimt essen?

Ja, Hunde dürfen Zimt prinzipiell essen – wenn es die „richtige“ Zimtsorte ist. Es gibt einen Inhaltsstoff, der giftig wirken kann, aber wie immer macht die Dosis das Gift. Zimt hat andererseits zahlreiche gesundheitsfördernde Bestandteile, deswegen gilt er nicht nur als Gewürz, sondern auch als Arzneimittel – nützlich, aber mit Risiken und Nebenwirkungen.

Zimt enthält Cumarin

Cumarin ist der Wirkstoff im Zimt, von dem wirklich eine gewisse Gefahr ausgeht, denn hohe Dosen können die Leber schädigen. Das Gewürz wird aus der Rinde von Zimtbäumen hergestellt und ist ein reines Naturprodukt, dessen Inhaltstoffe schwanken und letztlich nie allgemeingültig festgestellt werden können.

Sicher ist aber, dass einige Zimtsorten mehr Cumarin enthalten als andere. Der günstige Cassia-Zimt, der aus Kostengründen für sehr viele industriell produzierte Nahrungsmittel verwendet wird, enthält sehr viel Cumarin.

Ceylon-Zimt dagegen ist zwar deutlich teurer, gilt dafür jedoch als praktisch cumarinfrei. Wenn du deinem Hund also Zimt geben möchtest, dann achte auf die genaue Bezeichnung des Zimts, damit du keine Sorgen haben musst.

Inzwischen sind schon viele fertige Gewürzmischungen oder sonstige Produkte mit einem entsprechenden Hinweis, welche Art von Zimt verwendet wurde, versehen.

Sind Zimtsterne gefährlich für Hunde?

Um Zimtsterne mit einer hohen Menge Cumarin zu backen, müsste man absichtlich sehr viel Cassia-Zimt hineingeben, und könnte dann immer noch nicht sicher sein, dass dies ausreicht, um sofort ernste Gesundheitsschäden zu verursachen.

Fertigprodukte müssen gesetzlich vorgegebene Grenzwerte einhalten. Für Zimtsterne gilt innerhalb der Europäischen Union eine Höchstgrenze von 50 mg pro Kilo des fertigen Gebäcks. Davon müsste beispielsweise ein Meerschwein einmalig etwa 4 kg vernaschen, um sich umzubringen.

Man darf daher vorsichtig annehmen, dass ein Hund, selbst wenn er nur 5 kg wiegt, es unter keinen denkbaren Umständen schafft, dementsprechend 20 kg Zimtsterne auf einmal zu verschlingen.

Hier ist nur eine Schätzung möglich, da eine letale Dosis für Hunde noch nicht festgestellt wurde. Demnach ist es nicht nötig, Zimtsterne in den Giftschrank zu sperren, da eine ernste Vergiftung recht unwahrscheinlich ist.

Was hat Cumarin mit Rattengift zu tun?

Schockierende Meldungen über tödliche Cumarinvergiftungen bei Hunden, die Rattengift gefressen haben, sind wissenschaftlich ungenau. Der Wirkstoff im Rattengift ist ein Cumarinderivat, das im Zimt so nicht vorkommt, sondern eines besonderen Herstellungsverfahrens bedarf.

Es ist auch nicht möglich, das Derivat versehentlich beim Kochen oder Backen herzustellen. Hier musst du dir also um deinen Hund weniger Sorgen machen.

Kann mein Hund gegen Zimt allergisch sein?

Das ist gut möglich. Erste Reaktionen einer Zimtallergie zeigen sich häufig als Jucken oder Bläschen im Mundraum. Das wird nicht jedem Hundehalter sofort auffallen. Doch spätestens beim Auftreten von Hautreaktionen ist eine allergische Reaktion nicht mehr zu übersehen.

Ist dein Hund Pollenallergiker und reagiert auf Beifuß, ist eine Kreuzallergie nicht auszuschließen. Du solltest ihn dann besser konsequent vom Weihnachtsgebäck fernhalten.

Zimt als pflanzliches Arzneimittel

Zimt ist eines der vielen Gewürze, die traditionell Speisen beigefügt wurden, um sie leichter verdaulich zu machen, denn Zimt soll anregend auf die Verdauung wirken und gegen Blähungen helfen – auch bei Hunden.

In der südamerikanischen und der orientalischen Küche ist es durchaus üblich, Zimt auch an Fleisch– und Fischgerichte zu geben, während hier hauptsächlich die Verwendung für Süßspeisen und Naschwerk bekannt ist.

Das ätherische Öl des Zimts wirkt entzündungshemmend und kreislaufanregend. Deswegen ist er gerade im Winter besonders beliebt, denn Zimt wärmt und hilft gegen Erkältungen.

Nachgesagt wird dem Zimt außerdem eine blutzucker- und cholesterinregulierende Wirkung. Eindeutige Nachweise gibt es dazu bisher allerdings noch nicht. Und wenn schon für den Menschen keine Nachweise vorhanden sind, kannst du davon ausgehen, dass auch die Forschung bezüglich Hunden noch nicht wirklich existiert.

Klar ist, wenn es sich um ein Arzneimittel handelt, ist im Umgang damit besondere Vorsicht geboten und der Konsum durch deinen Hund – vor allem der regelmäßige – sollte sorgfältig dosiert stattfinden.

Nährstoffe im Zimt und Ihre Wirkung auf den Hund

Das unscheinbar wirkende braune Pulver enthält überraschend viele Vitamine. Neben Vitamin A, das besonders gesund für die Augen ist, liefert Zimt auch die Vitamine B1 – 3, die für die Funktion des Nervensystems notwendig sind.

Noch interessanter ist der Gehalt an Mineralstoffen: Kalium als Elektrolyt ist für den Organismus unverzichtbar. Zimt ist außerdem reich an Magnesium, das dein Hund hauptsächlich für seinen Bewegungsapparat benötigt. Dazu kommt sehr viel wertvolles Calcium, das Knochen und Zähne stärkt.

Die Spurenelemente Zink, Kupfer und Mangan unterstützen das Immunsystem, die Zellatmung und die Muskulatur deines Vierbeiners.

Vorsicht vor Cumarin auch in Tonkabohnen und Waldmeister

Der Aromastoff des Zimts ist sowohl in den exotischen Würzbohnen als auch im einheimischen Kraut enthalten, obwohl die Planzen botanisch nicht miteinander verwandt sind.

Mit der Fütterung von Speisen, die Tonkabohnen enthalten, solltest du daher vorsichtig sein. Das gilt ebenso für Waldmeister, dem auch eine berauschende Wirkung nachgesagt wird.

Falls dein Hund grüne Götterspeise liebt, brauchst du dir höchstwahrscheinlich trotzdem keine Gedanken zu machen – heute enthalten nur die wenigsten Produkte noch echten Waldmeister. Meist sorgen künstliche Aromen für den typischen Geschmack.

Kann Zimt in Hundefutter vorkommen?

Bisher hat kein Hersteller seinen Futtermitteln Zimt zugefügt. Wenn du ganz sicher sein möchtest, weil dein Hund allergisch gegen Zimt ist, kannst du bei den Produzenten nachfragen.

Falls dein Hund sich Zimtsterne mit Thunfisch zu Weihnachten wünscht, wirst du sie selbst backen müssen.

Keine Bedenken bei Ceylon-Zimt

Zimt schadet deinem Hund in der richtigen Dosis und Sortenwahl überhaupt nicht, kann seiner Gesundheit in Einzelfällen aber durchaus dienlich sein. Wenn du darauf achtest, nur Ceylon-Zimt zu verwenden, kannst du deinen Hund ruhig ab und an mit Zimt gewürzte Speisen naschen lassen.

Sollte sich dein Vierbeiner einmal unbeabsichtigt selbständig mit geringen Mengen an gekauftem Weihnachtsgebäck versorgt haben, musst du dir keine Gedanken machen. Selbst wenn hier der günstige Cassia-Zimt verarbeitet wurde, schützen die gesetzlich vorgeschriebenen Höchstgrenzen zuverlässig vor einer Cumarinvergiftung.

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