BARF-Öl Ratgeber

Sämtliche Barf Rezepte und Barf Pläne beinhalten Öle. Dies hat auch einen triftigen Grund. Die Öle werden nicht zugesetzt, damit die Mahlzeiten dem Vierbeiner besser schmecken, sondern sie erfüllen einen Zweck. Viele der essentiellen Fettsäuren sind nur in Ölen enthalten, oder können in der benötigten Menge nicht über die Nahrung aufgenommen werden.

Da sie jedoch essentiell, also lebensnotwendig sind, muss dringend zugefüttert werden. In diesem Artikel werden wir und mit diesem spannenden und auch wichtigen Thema befassen, denn wer aus welchen Gründen auch immer beim Barfen auf Öle verzichtet, tut seinem Vierbeiner nichts Gutes.

Warum genau müssen Öle zugefüttert werden?

Viele Hunde fressen zum Beispiel keinen Fisch oder erhalten diesen eben zu selten als dass der Bedarf an Omega 3, 6 und 9 Fettsäuren gedeckt werden könnte. Auch Linolsäuren und Alpha Linolsäuren lassen sich über die Nahrung kaum decken.

Diese essentiellen Fettsäuren sind jedoch in vielen pflanzlichen Ölen enthalten. Diese Fettsäuren sind verantwortlich für das Immunsystem und das Nervensystem der Hunde. Auch Fell und Haut weisen einen schöneren Glanz auf und sind gesünder und sogar das Sehvermögen, die Entwicklung des Gehirns und viele andere Bereiche des Organismus werden von diesen Fettsäuren beeinflusst.

Du solltest die Öle also zufüttern, damit dein geliebter Vierbeiner gesund bleibt. Erhält er diese Zusätze nicht, so können auf lange Sicht Mängel und Schäden entstehen.

Meist machen sich diese anfangs nur durch ein stumpfes Fell und eine trockene und schuppige Haut bemerkbar. Später können Hautkrankheiten, Ekzeme und Furunkel, aber auch Gelenksbeschwerden und viele andere Krankheiten auftreten, die sich mit ein paar Tröpfchen Öl täglich vermeiden ließen.

Was bedeuten die Abkürzungen bei den Barf Ölen?

Wenn du beginnst, dich mit Barf Ölen zu beschäftigen, dann kommst du mit Omega 3,6 und 9 Fettsäuren, mit Pufs und Mufs in Kontakt:

  • Pufs ist die Abkürzung für polyunsaturated fatty acids, also auf Deutsch mehrfach ungesättigte Fettsäuren.
  • Mufs ist die generell deutsche Bezeichnung, gerade in Foren werden diese Abkürzungen gerne verwendet, einfach weil sie sich wichtig anhören und viele Barf-Jünger damit ihr Fachverständnis und Know-how zum Ausdruck bringen möchten.

Wichtig ist eigentlich nur, dass du verstehst, dass mehrfach ungesättigte Fettsäuren eine ausgleichende Wirkung im Organismus haben.

Sie sorgen für eine Balance zwischen sogenannten Entzündungshemmern und Entzündungsförderern in der Nahrung, halten das Immunsystem stabil und es kann so gut wie keine Mangelernährung entstehen.

Wie viel Barf Öl ist optimal?

Wie viel Öl du deinem Hund täglich geben solltest, richtet sich nach dem jeweiligen Gewicht des Vierbeiners, jedoch auch nach dem individuellen Bedarf der Tiere. Die Faustregel an welche du dich halten kannst sind 0,3 Gramm Öl pro Kilogramm Körpergewicht der Hundes.

Besteht ein akuter Mangel oder beginnst du erst damit, Öl zuzufüttern, dann kannst du die Dosis etwas erhöhen. Du musst jedoch keine Angst vor einer Überdosierung haben. Ist dir einmal etwas zu viel Öl in den Futternapf gerutscht, so wird sich das nicht negativ auf die Gesundheit deines Tieres auswirken.

Im schlimmsten Fall wird der Stuhl an diesem Tag etwas flüssiger sein, mit anderen Folgen musst du jedoch nicht rechnen.

Fischölkapseln

Verwendest du anstatt Öl Fischölkapseln, so musst du in der Inhaltsangabe nachlesen, ob du eventuelle eine oder zwei Kapseln benötigst, oder ob du bei sehr kleinen Hunden die Kapseln nur alle zwei Tage verabreichst.

Der Vorteil von Lachsölkapseln ist jener, dass sie geruchsneutral sind. Viele Hundehalter bevorzugen dies, beißt der Vierbeiner die Kapsel jedoch auf, kann das Öl ebenfalls herausspritzen und es riecht fischig.

Worauf du beim Kauf von Barf Ölen achten solltest

Kaltgepresste Öle und Öle in Bio Qualität sind hier die beste Wahl. Am besten besorgst du die Öle im Reformhaus oder einem Bioladen.

Zudem ist es ratsam, kleine Gebinde zu besorgen, damit das hochwertige Öl nicht ranzig wird. Öle ohne Konservierungsmittel und Zusätzen halten weniger lange als Öle die aufwendig behandelt wurden. Greife aber dennoch zu nicht raffinierten Ölen.

Nur diese enthalten auch tatsächlich alle wichtigen Inhaltsstoffe. Die Öle sollten unbedingt in Glasflaschen abgefüllt sein.

Zudem sollten die Flaschen dunkel und nicht durchsichtig sein. Auch musst du die Öle an einem lichtgeschützten Ort aufbewahren. So bewahrst du die empfindlichen Inhaltsstoffe.

Welche Öle sind empfehlenswert

Fischöl

Fischöl oder Lachsöl punktet mit den wertvollen Omega Fettsäuren. Zudem lieben Hunde dieses Öl einfach.

Es hat auch den Vorteil, dass du die Obst- und Gemüseration damit auch für mäklige Vierbeiner durchaus attraktiver machen kannst. Ein paar Tropfen intensiv duftendes Lachsöl wirkt hier oft wahre Wunder.

Kokosöl

Kokosöl wird häufig als natürlicher Schutz vor Parasiten angepriesen und ist auch tatsächlich eine Wunderwaffe, die bei vielen Hunden, jedoch nicht bei allen wirkt. Kokosöl kann sowohl äußerlich, als auch innerlich angewendet werden.

Kokosöl punktet mit Laurinsäure und hat eine antibakterielle Wirkung. Zudem schmeckt es allen Vierbeinern wirklich gut.

Kokosöl ist zudem ein Lieferant für Magnesium, Kalzium, Phosphor, Zink, Kupfer, Eisen und wichtige Aminosäuren. Kokosöl hat den weiteren Vorteil, dass es sehr gut riecht.

Distelöl

Distelöl zählt ebenfalls zu den beliebten Barf Ölen, da es einen sehr hohen Linolsäuregehalt hat. Auch hat es einen hohen Vitamin E Gehalt.

Es ist entzündungshemmend und wirkt sich positiv auf ein glänzendes Fell aus. Immer wieder tauchen Meldungen auf, dass Distelöl krebsfördernd sein könnte.

Du kannst es bedenkenlos verwenden, solange es sich um ein kaltgepresstes Öl handelt, welches in Glasflaschen geliefert und nicht raffiniert wurde.

Olivenöl

Olivenöl ist ebenfalls ein beliebtes Barföl und du kannst es zudem auch selbst für deine Salate verwenden. Olivenöl sollte unbedingt kaltgepresst sein. Du erkennst eine gute Qualität an der Bezeichnung Extra Vergine und einer grünlichen Farbe mit kleinen Schwebestoffen.

Olivenöl enthält jedoch nicht so viele ungesättigte Fettsäuren wie andere Öle und sollte daher immer abwechselnd gefüttert werden.

Dennoch ist das Öl eine gute Alternative, da es auch preislich sehr erschwinglich ist. Olivenöl liefert auch Vitamin A und E und enthält Eisen und Phosphor.

Sanddornöl

Sanddornöl ist ein sehr hochwertiges Öl und meist auch nicht ganz billig. Doch es ist absolut ratsam, einmal pro Woche auch Sanddornöl zu füttern.

Es liefert viel Vitamin E und weist eine tolle Balance zwischen Linolsäuren und Alpha Linolsäuren auf. Sanddornöl besteht zu 89% aus ungesättigten Fettsäuren.

Rapsöl

Rapsöl wiederum ist eines der günstigeren Barf Öle. Achte hier aber dennoch auf eine gute Qualität. Rapsöl steckt voll Omega 3, 6, 9 Fettsäuren und liefert Vitamin A und Vitamin E.

Bei Rapsöl solltest du darauf achten, dass es auch nicht genmanipuliertem Raps hergestellt wurde. Auch kann es sein, dass der Hund auf Raps allergisch reagiert. Das kannst du jedoch nur durch füttern und beobachten herausfinden.

Sesamöl

Sesamöl ist ein sehr aromatisches Öl, das den meisten Hunden ganz toll schmeckt. Zudem hat es eine gute Haltbarkeit, das es durch die enthaltenen Antioxidanzien Sesamol und Sesamolin nicht so schnell ranzig wird.

Sesamöl hat sehr viele positive Eigenschaften und hat eine antibakterielle Wirkung. Es stärkt den Herz- Kreislauf und wird sogar bei Ekzemen und Tumoren angewendet. Es liefert merhfach ungesättigte Fettsäuren, Vitamin E und Lecithin.

Weizenkeimöl

Weizenkeimöl enthält Ölsäure, Linolsäure und Linolensäure sowie Lecithin, Vitamin D, Vitamin E und Betacarotin. Es gilt als sehr gut verträgliches Öl und kann bei trockener Haut auch gut äußerlich angewendet werden.

Vom Geschmack und Geruch her ist dieses Öl sehr neutral und auch mäklige Hunde nehmen es gut an.

Schwarzkümmelöl

Schwarzkümmelöl ist eines der hochpreisigen Barfölen, welches als besonders gesund gilt. Es ist entzündungshemmend und wirkt sich positiv auf das Immunsystem aus. Schwarzkümmelöl hat eine entgiftende Wirkung und wird auch gerne als natürliches Mittel gegen Parasiten verwendet.

Schwarzkümmelöl kann gegen Allergien ankämpfen. In seltenen Fällen jedoch können Hunde, in mehr Fällen noch Katzen, auf Schwarzkümmelöl allergisch reagieren. Daher solltest du vor der Verwendung einen kleinen Testlauf machen.

Leinöl

Leinöl, das hochwertige Öl aus Leinsamen hat einen hohen Anteil an Omega 3 Fettsäuren und wirkt sich sehr positiv auf Fell und Haut der Tiere aus.

Leinöl ist auch sehr gut für die Verdauung und kann gegen Entzündungen im Magen und Darmtrakt helfen. Du kannst es auch bei Schuppenflechten und Ekzemen verwenden.

Sollte man die Öle mischen oder abwechseln?

Du kannst natürlich die Öle abwechselnd verwenden. Ratsam ist ein Mix aus tierischen und pflanzlichen Ölen. Suche dir am besten drei oder vier Öle aus, die du abwechselnd in den Hundenapf gibst.

Es ist auch eine Preisfrage und es ist durchaus empfehlenswert, teure und etwas günstigere Öle abwechselnd zu geben. Das Mischen in einer Mahlzeit ist eher sinnfrei, besser ist, an einem Tag Fischöl, am nächsten Tag Kokosöl oder Olivenöl, danach Sesamöl oder Leinöl und wieder einen Tag später Schwarzkümmelöl zu geben.

Wichtig ist auch, dass du das Öl immer frisch über die Barf Mahlzeiten gibst. Das bedeutet, du sollst es beim Vorportionieren noch nicht zu Fleisch, Obst und Gemüse mischen und dann mit den Einzelportionen einfrieren.

Das Öl kommt immer erst kurz vor dem Fressen in den Napf. So bleiben auch wirklich alle Inhaltsstoffe erhalten.

Omega 3 6 9 Fettsäuren – was du darüber wissen solltest

Es handelt sich bei allen Fettsäuren um ungesättigte Fettsäuren, die unterschiedliche Vorzüge bieten. Am besten ist immer ein Mix aus allen drei Fettsäuren. Wenn du dir bei den Ölen unsicher bist, es gibt auch Omgega 3, 6 und 9 Kapseln, die du deinem Hund geben kannst.

  • Omega 9 Fettsäuren fördern die Durchblutung, sind gut für die Nervenzellen und können sogar Schmerzen reduzieren. So ist diese Fettsäure besonders wichtig, wenn der Hund krank ist oder unter Arthrose oder ähnlichem leidet.
  • Omega 6 Fettsäuren helfen mit, den Blutdruck zu regulieren und sind als Bestandteil der Zellmembranen mit verantwortlich für Wachstum und Reparaturen in den Zellen.
  • Omega 3 Fettsäuren fördern den Muskelaufbau und wirken sich positiv gegen Arteriosklerose, Osteoporose und Schlaganfällen aus. Diese Fettsäuren sind gut für Herz und Hirn und sind gut für Haut und Fell.

Eine gute Balance zwischen diesen Fettsäuren ist ein absolutes Muss und müssen den Tieren zugeführt werden, da diese über die Nahrung zu wenig aufgenommen werden und vom Körper nicht selbst gebildet werden können.

Kaufe stets nur Öle in Lebensmittelqualität. Im Zweifelsfall frage dich, ob du das Öl selbst auch zu dir nehmen würdest. Verzichte auf Plastikflaschen, auch wenn diese Öle meist billiger sind.

Doch auch hier können sich Weichmacher in die Öle absetzen und diese sind auch für Hunde schädlich. Kaufe immer nur kleine Mengen an Öl, damit es immer frisch bleibt und lagere es trocken und dunkel. Du kannst das Öl auch im Kühlschrank in dunklen Flaschen aufbewahren.

Optimal ist eine Lagerung bei 16° bis maximal 25° Celsius. Gerade unbehandelte Öle können im Kühlschrank aushärten. Wenn du die Öle vor der Verwendung jeden Tag verflüssigen musst und später wieder einkühlst, können die Öle durch diesen Prozess schneller ranzig werden.

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