Hund hat Kaugummi gefressen: Tipps zur ersten Hilfe

Wenn Dein Hund einen normalen Kaugummi mit Zucker gefressen hat, wird er wahrscheinlich keine Probleme bekommen. Enthält der Kaugummi Xylit als Zuckerersatz, musst Du den Vierbeiner sofort zu einem Tierarzt bringen.

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Xylit ist für Hunde nämlich schon in kleinen Mengen giftig. Die besten Tipps zur ersten Hilfe haben wir in diesem Artikel für dich zusammengetragen:

Hat dein Hund einen Kaugummi gefressen?

Schau Dir die Inhaltsstoffe des Kaugummis genau an. Es ist Zucker enthalten? Sehr gut. Dann ist es nicht notwendig, dass Du sofort zu einem Tierarzt fährst.

Kaugummi kann Verstopfung verursachen

Kaugummi kann nicht verdaut werden. Die Masse löst sich im Magen und Darm Deines Hundes nicht auf.

Hat Dein Hund nur einen kleinen Kaugummi gefressen, sollte dieser mit dem Kot wieder ausgeschieden werden.

Hat der Vierbeiner mehrere Kaugummis gefressen, können die Stücke verklumpen und einen Fremdkörper im Magen oder Darm des Hundes bilden.

Durch die Verstopfung kann der Hund keinen Kot mehr absetzen.

Zuckerfreier Kaugummi mit Xylit ist giftig für den Hund

Hat Dein Hund einen zuckerfreien Kaugummi, der den künstlichen Süßstoff Xylit enthält, gefressen, liegt ein Notfall vor.

Dein Hund muss sofort zu einem Tierarzt gebracht werden, damit er nicht an der Vergiftung durch Xylit stirbt.

Vergiss nicht, die Verpackung des Kaugummis mitzunehmen, damit der Tierarzt sieht, welche Menge Xylit Dein Hund gefressen hat.

Der Hund hat einen bereits gekauten Kaugummi gefressen

Bei einem bereits gekauten Kaugummi hat sich das Xylit wahrscheinlich während des Kauens vollständig aus der Kaugummimasse gelöst.

Trotzdem solltest Du den Hund zu einem Tierarzt bringen, damit sein Blutzuckerspiegel kontrolliert wird.

Das passiert, wenn Dein Hund einen Kaugummi mit Xylit frisst

Xylit regt die Bauchspeicheldrüse des Hundes an, vermehrt Insulin zu erzeugen und an das Blut abzugeben.

Der im Blut enthaltene Zucker wird in den Zellen gespeichert. Innerhalb von zehn Minuten bis einer Stunde kommt es zu einer Unterzuckerung.

Wird der Hund nicht sofort behandelt, fällt er in ein Koma und stirbt.

Diese Menge an Xylit verursacht eine schwere Vergiftung

Bereits bei einer Aufnahme von 0,1 Gramm Xylit pro Kilogramm Körpergewicht entsteht eine Unterzuckerung.

Das bedeutet, dass zwei Stücke zuckerfreier Kaugummi bei einem 20 Kilogramm schweren Hund ausreichen, um Vergiftungssymptome zu verursachen.

Hat Dein Hund 0,5 Gramm Xylit pro Kilogramm Körpergewicht gefressen, versagt seine Leber. Der Hund stirbt.

Erste Hilfe

Deine weiteren Handlungen richten sich nach der Art des Kaugummis, den Dein Hund gefressen hat.

Situation 1: Kaugummi mit Zucker

Damit es zu keinem Darmverschluss kommt, kannst Du dem Vierbeiner Sauerkraut füttern. Die Fäden des Sauerkrauts schließen den Kaugummi ein und erleichtern die Bewegung durch den Darm.

Das Risiko für die Entstehung eines Darmverschlusses sinkt. Gleichzeitig profitieren die Bakterien im Darm von den Laktobazillen, die im Sauerkraut enthalten sind.

Situation 2: Kaugummi mit Xylit

Da sich das Xylit langsam aus dem Kaugummi löst, ist das Füttern von Tierkohle keine Alternative.

Kontaktiere immer sofort einen Tierarzt und bring den Hund in die Ordination. Nur eine rechtzeitige Behandlung mit Infusionen kann verhindern, dass Dein Hund an der Vergiftung stirbt.

Symptome, die nach dem Fressen von Kaugummi auftreten

Welche Symptome auftreten, ist von der Art und der Menge des gefressenen Kaugummis abhängig.

Situation 1: Dein Hund hat Kaugummi mit Xylit gefressen

  • Der Hund erbricht immer wieder
  • Er ist schwach und müde
  • Der Hund schwankt während des Laufens und im Stehen. Er kann sogar umfallen
  • Nach wenigen Minuten ist der Hund nicht mehr ansprechbar
  • Er zittert und leidet unter Muskelkrämpfen
  • Wird Dein Hund nicht sofort behandelt, fällt er in ein Koma und stirbt

Situation 2: Dein Hund hat zuckerhaltigen Kaugummi gefressen

  • Reizt der Kaugummi den Magen, erbricht der Hund
  • Bei einer Verstopfung kann kein Kot mehr abgesetzt werden
  • Verschließt der Kaugummi als Fremdkörper den Darm, bilden sich Gase. Der Bauch des Hundes ist aufgebläht
  • Wird die Verstopfung nicht beseitigt, stirbt die Darmwand ab

Honig erhöht den Blutzuckerspiegel des Hundes

Wenn Du Honig zu Hause hast, kannst Du dem Hund immer wieder kleinere Mengen eingeben. Nimm den Honig auch mit, wenn Du zu dem Tierarzt fährst.

Gib dem Hund alle 15 Minuten eine kleine Menge Honig, damit sein Blutzuckerspiegel nicht zu stark absinkt.

Alternativ kannst Du auch Traubenzucker in Wasser auslösen und die Mischung mit einer Spritze in den Mund des Hundes tropfen.

Wann solltest Du einen Tierarzt aufsuchen?

Hat Dein Hund nur einen normalen Kaugummi gefressen, genügt es, die nächsten Tage seine Verdauung zu beobachten.

Untersuche immer den Kot, um den unverdauten Kaugummi zu finden. Leidet der Vierbeiner unter Verstopfung, solltest Du ihn von einem Tierarzt untersuchen lassen.

Kaugummi mit Xylit ist immer ein Notfall

Hat der Hund einen Kaugummi mit Xylit gefressen, ist sein Leben in Gefahr. Du solltest immer sofort zu einem Tierarzt fahren. Kündige den Notfall vorher an, damit die Klinik alle notwendigen Vorbereitungen treffen kann.

Wird Dein Hund gleich zu Beginn der Vergiftung bei dem Tierarzt behandelt, hat er eine gute Überlebenschance. Sobald das Lebergewebe zerstört ist, wirkt die Behandlung nicht mehr.