Hat dein Hund Schokolade gefressen? Tipps zur ersten Hilfe

Schokolade ist für alle Hunde giftig, da die Süßigkeit Theobromin enthält. Wenn Du einen großen Hund hast und dieser nur ein sehr kleines Stück Schokolade gefressen hat, wird aber je nach Schokoladensorte nichts passieren.

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Vor allem weiße Schokolade oder Milchschokolade sind weniger gefährlich, da diese Sorten nur wenig Theobromin enthalten. Bei dunklen Schokoladen kann schon ein kleines Stück eine Vergiftung hervorrufen.

Du solltest also nie warten, bis erste Symptome auftreten, sondern immer einen Tierarzt aufsuchen, wenn Dein Hund Schokolade gefressen hat.

Da Schokolade für Hunde einen verführerischen Duft ausströmt, fressen die Vierbeiner die köstliche Süßigkeit gern in einem unbeobachteten Moment. In diesem Artikel findest Du Tipps, wie Du dem Hund Erste Hilfe leisten kannst.

Dein Hund hat nur ein kleines Stück Schokolade gefressen

Wie gut Dein Hund die Schokolade verträgt, hängt von der Schokoladensorte, der Größe des Hundes, seinem Alter und seinem Gesundheitszustand ab.

Dunkle Schokolade ist für Hunde gefährlicher

In einem Gramm Kakaopulver sind zwischen 14 und 26 Milligramm Theobromin enthalten. Dunkle Schokoladen mit einem Kakaoanteil, der über 60 Prozent liegt, enthalten besonders große Mengen an Theobromin.

In Milchschokolade sind dagegen nur mehr 0,2 Milligramm Theobromin pro Gramm Schokolade enthalten. Weiße Schokolade enthält kein Theobromin, da ihr bei der Verarbeitung kein Kakaopulver zugesetzt wird.

Je höher der Gehalt an Theobromin in der Schokolade ist, umso gefährlicher ist die Süßigkeit für Deinen Hund.

So viel Theobromin ist in Schokolade enthalten

  • ungesüßtes Kakaopulver: 1200 mg Theobromin pro 50 g
  • Dunkle Schokolade: 700 mg Theobromin pro 50 g
  • Halbbitter-Schokolade: 250 mg Theobromin pro 50 g
  • Milchschokolade: 90 mg Theobromin pro 50 g

In Hundeschokolade ist kein Theobromin enthalten, da diese aus Johannisbrotkernmehl hergestellt wird.

Es sind nur sehr geringe Mengen an Kakao enthalten. Trotzdem sollte Dein Hund keine großen Mengen der Hundeschokolade fressen.

Die Giftigkeit der Schokoladen ist vom Gewicht deines Hundes abhängig

Frisst Dein Hund Schokolade und nimmt dadurch 20 Milligramm Theobromin pro Kilogramm Körpergewicht zu sich, treten sicher nach einiger Zeit Vergiftungssymptome auf.

Kleine Hunde sind für eine lebensgefährliche Vergiftung mit Theobromin also wesentlich anfälliger als große Hunde.

Bei einem Hund, der weniger als zehn Kilogramm wiegt, ist es bereits ausreichend, wenn er zehn Gramm einer dunklen Schokolade frisst.

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Dein Hund hat die Pralinenschachtel geleert

Viele Pralinen sind mit Schokolade überzogen. Da meistens für den Überzug Milchschokolade verwendet wird, sind sie für Deinen Hund weniger gefährlich.

Trotzdem solltest Du auf alle Fälle einen Tierarzt aufsuchen, da die Pralinen sowohl Schokolade als auch Alkohol enthalten können.

Außerdem besteht die Gefahr, dass Dein Hund auf die Süßigkeit mit Durchfall und Erbrechen reagiert.

Welche Folgen hat das Fressen von Schokolade?

Theobromin ist ein Alkaloid, das auf den Körper stimulierend wirkt und die Produktion von Endorphinen steigert.

Leider kann Dein Hund das aufgenommene Theobromin nicht gut abbauen. Das dafür benötigte Enzym ist in der Leber des Hundes nicht vorhanden.

Deshalb benötigt Dein Hund mehr als 17 Stunden, um die Hälfte des aufgenommenen Theobromins wieder auszuscheiden. Nach 35 Stunden befindet sich immer noch ein Viertel des aufgenommenen Theobromins im Körper des Hundes.

Frisst Dein Hund regelmäßig kleine Mengen Schokolade, reichert sich das Theobromin in seinem Körper an.

Schnell treten Vergiftungssymptome auf. Die tödliche Dosis an Theobromin liegt bei 100 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht. In diesem Fall kann wahrscheinlich auch eine tierärztliche Behandlung Deinem Hund nicht mehr helfen.

Richtige Vorgehensweise (Schritt für Schritt)

Eine Vergiftung mit Schokolade kann immer das Leben Deines Hundes gefährden, da da enthaltende Theobromin die Nervenzellen übermäßig stark anregt.

Umso wichtiger ist es, dass Du bei diesem Notfall sofort richtig handelst:

1. Kontaktiere einen Tierarzt

Ruf immer einen Tierarzt an und frage nach den erforderlichen Maßnahmen. Damit der Tierarzt die Situation richtig einschätzen kann, benötigt er das Gewicht Deines Hundes und den Kakaoanteil der Schokolade.

2. Verhindere die Aufnahme des Gifts

Leider gibt es kein Gegenmittel, das das Theobromin unschädlich macht. Um die Aufnahme von Theobromin in das Blut zu verringern, kannst Du dem Hund Kohletabletten geben.

Wie viele Tabletten benötigt werden, erfährst Du bei dem Telefonat mit dem Tierarzt.

Bring den Hund nicht zum Erbrechen. Eventuell hat er bereits Kreislaufprobleme, die durch das Erbrechen verstärkt werden.

Fahre mit dem Hund immer sofort zu dem Tierarzt, auch wenn Du noch keine akuten Symptome einer Vergiftung bemerkst. Vergiss dabei nicht, die Verpackung der Schokolade mitzunehmen.

3. Der Hund ist beim Tierarzt

Zuerst stellt der Tierarzt fest, wie viel Theobromin der Hund aufgenommen hat. Wenn es der Gesundheitszustand des Vierbeiners erlaubt, wird mit Medikamenten Erbrechen ausgelöst.

Dein Hund erhält eine Infusion und Medikamente, die den Kreislauf und das Herz unterstützen. Dann kann nur weiter beobachtet werden, bis das Theobromin wieder vollständig aus dem Körper verschwunden ist.

Um die Ausscheidung des Giftstoffs über die Niere zu beschleunigen, erhält der Hund Medikamente, die die Produktion von Harn anregen.

Treten bereits Krampfanfälle auf, müssen zusätzlich beruhigende und muskelentspannende Medikamente verabreicht werden.

Nicht nur Theobromin in der Schokolade ist gefährlich

Schokolade enthält neben Theobromin auch große Mengen an Zucker und Fett. Diese Inhaltsstoffe können bei dem Hund Durchfall, Erbrechen und Blähungen verursachen.

In diesem Fall kann zusätzlich zu der Tierkohle Nux vomica D3 zur Beruhigung des Darms und der Verringerung der Übelkeit verabreicht werden.

Phosphor D30 und Arsenicum album D12 unterstützen die Entgiftungsfunktion der Leber.

Welche Nahrungsmittel helfen?

Es gibt keine Nahrungsmittel, die helfen, wenn der Hund Schokolade gefressen hat. Durch Tierkohletabletten oder andere Aktvikohle kann durch Bindung des Theobromins die Aufnahme in das Blut verringert werden.

Der Vierbeiner sollte nach dem Fressen von Schokolade keine Milch trinken, da durch die Kuhmilch die Aufnahme von Theobromin beschleunigt wird. Besser ist es, wenn der Hund möglichst viel Wasser trinkt.

Weitere Gefahren und Symptome

Welche Symptome auftreten, ist von der Menge und der Art der gefressenen Schokolade abhängig. Da die Symptome der Vergiftung nicht immer sofort auftreten, sollte der Hund auf alle Fälle zu einem Tierarzt gebracht werden.

Der Hund ist aufgeregt und läuft ständig durch das Zimmer. Immer wieder erbricht er. Der Vierbeiner hat starken Durst und trinkt viel Wasser. Dadurch werden auch größere Mengen an Urin abgesetzt.

Anfangs ist die Frequenz des Herzschlags erhöht. Nach einiger Zeit treten ohne Behandlung auch schwere Herzrhythmusstörungen auf, die eine Ohnmacht verursachen können. Schwierigkeiten bei der Atmung und starkes Zittern setzen ein.

Nach zehn bis zwölf Stunden treten Krampfanfälle auf. Das Bewusstsein des Hundes ist immer mehr gestört. Er fällt in ein tödliches Koma.

Wann sollte der Tierarzt aufgesucht werden?

Wenn der Hund Schokolade gefressen hat, sollte immer ein Tierarzt kontaktiert werden. Dieser entscheidet, ob der Hund sofort in die Praxis kommen muss, oder ob Du noch einige Zeit warten kannst.

Auch wenn noch keine Symptome aufgetreten sind, handelt es sich bei einer Vergiftung mit Schokolade immer um einen dringen Notfall.